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Los

*Klima-Killer Kuh CO²*

Schaden Wiederkäuer dem Klima?

Nicht die Kuh ist für die klimaschädlichen Treibhausgase verantwortlich, sondern deren Instrumentalisierung durch eine gewinnorientierte Agrar- und Lebensmittelindustrie. Laut FAO nimmt die Landwirtschaft einen Anteil von rund 18 Prozent an den weltweiten Treibhausgasen ein. Darin eingerechnet sind Transport und Herstellung von Futtermitteln sowie die Rodung von Regenwäldern für den Soja-Anbau. Für den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen werden vor allem Wiederkäuer verantwortlich gemacht.

***Doch suchen sie ihr Futter auf der Weide, sind Rinder, Schafe und Ziegen klimaneutral.***

Grünland dient dem Klimaschutz

Ob Wisent, Gnu, Bison, Auerochse, Ziegen oder Schafe - Wiederkäuer und Pferde haben unsere Landschaften innerhalb von Jahrtausenden gestaltet und geprägt. Schafe, Ziegen und Rinder suchen sich seit Menschengedenken immer neue Weidegründe. Damals wie heute fördert ihre Beweidung Fruchtbarkeit der Böden und biologische Vielfalt. Ohne Beweidung samen die größeren Pflanzen aus, verdrängen die Gräser und konkurrieren mit ihnen um Licht und Nährstoffe, bevor die Sukzession einsetzt.

Weidende Tiere beißen Büsche und Gräser weg, so dass Licht auf den Boden fällt. Ihr Verbiss löst bei den Gräsern einen Wachstumsimpuls aus. Gleichzeitig nimmt das unterirdische Wurzelwachstum zu. Das Wurzelwerk kann bei Steppenböden ein Volumen von bis zu 80 Prozent der Biomasse bilden. Diese Wurzelmasse dient als CO2-Senke, denn eine Tonne Kohlenstoff im Humus entzieht der Atmosphäre 3,67 Tonnen CO2 - solange es nicht zu Ackerland umgepflügt wird.

Dann nämlich wird das klimaschädliche Kohlenstoff freigesetzt. Rund 40 Prozent der Landfläche weltweit - und 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen - sind Dauergrünland, das nicht beackert wird. 40 Prozent aller Böden allein in den USA sind durch intensive Beackerung unfruchtbar geworden.

Quelle (Auszug): www.heise.de

 


Fleischessen ist klimaneutral

Methan

Bei diesen Vergleichen fällt nur immer unter den Tisch, dass das CO2, welches von der Kuh emittiert wird, vorher vollständig aus der Luft entnommen wurde, während das vom Auto aus fossilen Erdöllagerstätten stammt. Die Kuh ist also absolut klimaneutral, das Auto dagegen bringt zusätzliches CO2 in die Atmosphäre.

Das lässt sich mit dem Kreislauf des Kohlenstoffs erklären: Methan, also CH4 entsteht in der Kuh bei der Verdauung. Die Kohlenstoffatome stammen ausschließlich aus der pflanzlichen Nahrung. Einen anderen Weg von Kohlenstoff in die Kuh gibt es nicht. Die Pflanze wiederum hat ihren Kohlenstoff vorher ausschließlich in Form von CO2 aus der Luft entnommen. Einen anderen Weg von Kohlenstoff in die Pflanze gibt es nicht. Dieser Vorgang ist klimaneutral, die Kühe können nicht mehr Kohlenstoff in die Luft abgeben, als vorher Pflanzen von dort entnommen haben. Daran ändert auch eine noch so große Menge an Kühen nichts. Es ändert sich auch nichts daran, wenn wir andere Nutztiere betrachten: Am Beginn der Nahrungskette stehen immer Pflanzen, selbst wenn das nur Algen sind und sich noch andere Lebewesen, wie z.B. Fische zwischen ihnen und dem Nutztier befinden.

Fleischessen ist also bis hierher erst einmal absolut klimaneutral. Es bringt deshalb überhaupt nichts, aus Klimaschutz-Gründen Veganer zu werden.

Wälder werden abgeholzt

Aber, so wurde später die Argumentation erweitert, für die Tierzucht werden Wälder abgeholzt. Dadurch wird CO2 freigesetzt, gleichzeitig verschwinden CO2-Senken. Ja, stimmt. Vor allem in Südamerika passiert das, damit auf den so gewonnenen Fächen das Tierfutter Soja angebaut werden kann.

Doch angenommen, die Weltbevölkerung würde geschlossen zu veganer Lebensweise wechseln – wäre in dem Fall anzunehmen, dass die Brasilianer dann ihre  Landwirtschaft zurückschrauben und den verlorenen Regenwald wieder aufforsten würden? Mit Sicherheit nicht, denn ihnen geht es nicht speziell um Fleischproduktion, sondern allgemein um die Produktionsmöglichkeit von Nahrungsmitteln auf den verfügbaren Flächen. Sie würden auf ihren Agrarflächen dann eben etwas anderes anbauen, irgendetwas, was man in den veganen Rest der Welt exportieren kann. Angebot und Nachfrage würden bestimmen, was angebaut wird. Soja ist übrigens auch für Veganer eine wichtige Nahrungsgrundlage und den brasilianischen Bauern dürfte egal sein, ob er von Rindern oder Veganern verdaut wird. Bei guten Gewinnerwartungen würde man in jedem Fall auch weitere Waldflächen vernichten.

Wahrscheinlich müsste man sogar weitere Flächen erschließen. Gern wird von Veganern behauptet, dass drei Viertel der gesamten Agrarfläche für die Herstellung von Viehfutter ver(sch)wendet werden. Das ist aber falsch. 77% der Agrarfläche sind Grasland. Dieser größte Anteil sind Weiden, „die nicht in Ackerland umgewandelt werden können und daher nur zum Weiden von Tieren genutzt werden können“ (Quelle: Studie der FAO) Man hat also durch Tierhaltung die Möglichkeit, auch solche agrartechnisch minderwertigen Flächen noch zu nutzen, die man nicht für Nahrungsmittelanbau verwenden kann. Es geht sogar so weit, dass ohne Beweidung viele Naturschutzprojekte nicht umgesetzt werden könnten. Beweidung trägt zur Artenvielfalt bei.

In Indonesien werden Wälder übrigens auch ohne den Hintergrund des Fleischkonsums abgeholzt. Dort geht es um Palmöl, also ein rein pflanzliches Agrarprodukt. Pflanzenöl ist auch für Veganer wichtig und die Ölpalme ist weit abgeschlagen die ergiebigste Ölpflanze. Sind Pflanzenprodukte also auch klimaschädlich?

Ein letzter Aspekt noch zum Thema Waldabholzung für Futter: Das in Brasilien angebaute Soja wird nur zu einem geringen Teil in Deutschland verwendet. Der Importanteil von Futtermitteln beträgt nur etwa 7 %. Das sind zwar hauptsächlich Sojaprodukte (Sojaschrot ist bereits nur ein Abfallprodukt aus der Sojaölproduktion), doch 93% der Futtermittel stammen aus Deutschland (Details siehe hier). Für diese werden also keine Wälder abgeholzt.

Energieverbrauch

Bleibt als letztes der Energieverbrauch. Ja, für Tierhaltung wird mehr oder weniger Energie verbraucht. Selbst der Ökobauer, der seine Tiere nur draußen auf der Weide hält, wird zum Melken nicht zu Fuß gehen, sondern ein Fahrzeug benutzen. Meine Überschrift wirkt in dem Zusammenhang also nicht korrekt. Doch bevor Kritiker mir nun Clickbaiting vorwerfen: Solchen zusätzlichen Energieverbrauch hat man auch bei anderen Prozessen, die offiziell als „klimaneutral“ bezeichnet werden: Biogas, Holzverfeuerung, Biosprit … prinzipiell alles klimaneutral. Es wird nur exakt so viel CO2 in die Luft abgegeben, wie vorher von dort entnommen wurde. Doch Biogas, Holzverfeuerung und Biosprit sind – genau wie Fleischproduktion – mit zusätzlichem Energieverbrauch durch Herstellung, Bereitstellung, Transport und Wartung verbunden. Entweder, wir sind ehrlich und geben zu, dass angeblich klimaneutrale Prozesse keineswegs komplett klimaneutral sind oder wir lassen diese Nebensächlichkeit auch bei Fleischproduktion unter den Tisch fallen. Wir können nicht die einen Themen so und andere anders bewerten, obwohl sie gut vergleichbar sind.

Dazu kommt noch, dass auch für Pflanzenanbau und -verarbeitung Transporte notwendig sind. So gesehen, setzt auch vegane Ernährung CO2 frei. Konsequenterweise müssten wir eigentlich Transporte an sich kritisieren, also Transporte von allen Produkten. Die Entstehung von Fleisch ist klimaneutral, der Transport überwiegend nicht. Das liegt aber an unseren Transportmethoden, die bei allen Produkten angewendet werden. Die Transportmethoden müssten also verbessert werden.

Was ist eigentlich mit einem Bauern, der seinen Kuhstall mit dem Strom aus seiner Biogasanlage beleuchtet? Wäre das nicht tatsächlich energietechnisch klimaneutral?

Fazit

Veganer werden? Kann man machen. Sich aber einzubilden, das hätte etwas mit Klimaschutz zu tun, fällt unter Selbstbetrug. Kann man freilich auch machen. Nutzt nur dem Klima gar nichts.

 

Quelle: www.frankshalbwissen.de


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